FTSE Russel: Polen kein Entwicklungsland mehr

Patryk Szostak

 

FTSE Russel: Polen kein Entwicklungsland mehr

Am Montag, dem 24.09, war es soweit: Der Indexanbieter FTSE Russel ließ seiner Ankündigung vor knapp einem Jahr Taten folgen und nahm Polen in die Kategorie der 25 entwickelten Länder auf. Polen ist nun Teil der „Developed Markets“ und nicht mehr der „Emerging Markets“. In jenen Index der entwickelten Länder wurden nun auch 36 Aktiengesellschaften, die an der Warschauer Wertpapierbörse gemeldet sind, aufgenommen.

Einen kleinen Wehrmutstropfen stellt dabei die Tatsache dar, dass unter letzteren nur eine polnische Gesellschaft zu finden ist: PKO Bank Polski. Laut FTSE Russel gehören zu den entwickelten Ländern u.a. die USA, Australien, Deutschland und auch Japan. Die Geste von FTSE Russel stellt sowohl der polnischen Wirtschaft als solchen wie auch dem lokalen polnischen Kapitalmarkt ein gutes Zeugnis aus. Das letzte Mal, als ein neues Land in diesem Index neu registriert wurde, ist nun schon über 10 Jahre her. Es ist auch historisch gesehen ein Novum, dass es sich um ein Land aus Mittel- und Osteuropa handelt.

Positiv hervorgehoben an der Warschauer Wertpapierbörse hat man ihre Transaktionssicherheit, einen funktionalen Sektor mit Posttransaktions-Dienstleistungen und eine solide Infrastruktur. Hinzu kommt, dass die Aktiengesellschaften, die an ihr operieren, hohen Standards im Bereich von Corporate Governance gerecht werden. Reza Ghassemieh, ein Vertreter von FTSE Russels, erwähnte, dass Polen schon seit Jahren die Aufnahme in diesen geschätzten Index anvisiert habe und dass das aktuelle Resultat, abgesehen von objektiven makroökonomischen Daten, auch der gelungenen Zusammenarbeit zwischen dem polnischen Finanzministerium und der Warschauer Wertpapierbörse entspringe. In der neuen Situation dürfte es noch einfacher sein, neue Investoren aufzufinden und ihr Interesse an den in Warschau registrierten Börsengesellschaften anzuregen und zu schärfen. Welche Kategorien wurden als Standards angenommen?

Bei der Einschätzung unterschiedlicher Länder und Börsen legt FTSE Russel Wert auf Bereiche wie das jeweilige regulatorische Umfeld, die Infrastruktur, die Quantität und Qualität des Kapitalmarkts, der Aufbau des Giro- und Sparverkehrs und wie fortgeschritten der Derivatemarkt ist. Dabei gilt FTSE Russel als Benchmark für die wichtigsten globalen Investitionsfonds.

Abgesehen vom oben erwähnten PKO Bank Polski, welcher als einzige polnische Aktiengesellschaft in den Verein der großen (Large Cap) aufgenommen wurde, haben es etliche polnische Aktiengesellschaften immerhin in die Mid Cap geschafft, darunter: PKN Orlen, Grupa Lotos, PGE, PGNiG, KGHM Polska, Bank Pekao, PZU, BZ WBK, mBank, LPP, Dino Polska, CD Projekt, Cyfrowy Polsat.

In die small cap: Bank Millennium, AmRest Holdings, Bank Handlowy, JSW, Alior Bank, CCC, Play Communications, Orange Polska, Grupa Azoty, Enea, Tauron Polska Energia, Kernel Holding, Kruk, Asseco Poland, Budimex, Eurocash, Ciech, Energa, PKP Cargo, Lubelski Węgiel Bogdanka, GPW, Boryszew, Neuca. Die Entscheidung Polen in die „Developed Countries“ aufzunehmen, wurde am 29 September 2017 verkündet und am 24.September 2018 eingeführt.

 

Quelle: http://www.polsatnews.pl/wiadomosc/2018-09-24/polska-w-gronie-25-ciu-najbardziej-rozwinietych-rynkow-swiata/

 

 

Wahlumfrage: Recht und Gerechtigkeit weiterhin  klar an der Spitze

Laut einer jüngst durchgeführten Umfrage unterstützen etwa 41% der Wähler die aktuell regierende „Recht und Gerechtigkeit“ Partei. An zweiter Stelle folgt die im August gegründete „Bürgerkoalition“, bestehend aus der Bürgerplattform, Nowoczesna und Barbara Nowackas linkem Block. Ins Parlament einziehen würden auch noch Kukiz´15 mit 9%, das im aktuellen Parlament nicht repräsentierte SLD (7%) und PSL („Polnische Volkspartei“, die vor allem ländliche Regionen vertritt – 6%).

Dr. Olgierd Anniewicz, ein Politikwissenschaftler vom Institut der Politikwissenschaften in Warschau, findet, dass die Bürgerkoalition viel mehr in die Promotion des neuen Parteilabels investieren sollte. So lange es der Wirtschaft so gut gehe wie bislang, dürfte die Dominanz von PiS nicht gefährdet sein.

Reform des polnischen Vergaberechts

Bis Ende November soll laut dem Minister für Unternehmertum und Technologie Jadwiga Emilewicz das neue Vergaberecht eingeführt werden. In diesem Kontext akzentuierte sie vor allem die Konkurrenzinklusivität des Ausschreibungsprozesses, an welchem von nun an deutlich mehr Offerenten teilnehmen sollen. Dabei will man vor allem auf den Sektor der mittleren und kleinen Unternehmer setzen um ihm auf diesem Wege Entwicklungspotenziale zu ermöglichen. Vor allem die Komplexität des Verfahrens, welches bislang mehrere Male erneuert wurde um die EU-Prozeduren zu integrieren, soll reduziert werden. Bislang lag die Durchschnittszahl der Offerenten bei 2,48 – das soll sich jetzt radikal verändern.

Eingeführt werden auch finanzielle Anreize, die es mittelgroßen Unternehmen ermöglichen, an einer öffentlichen Ausschreibung teilzunehmen ohne dabei große, riskante Kredite aufnehmen zu müssen. So sollen flexible Zahlungsmittel ermöglicht werden. Der Sektor der öffentlichen Ausschreibungen stellt etwa 8% des polnischen BIPs dar. Fundamentale Ziele der Reformen stellen die Automatisierung, Digitalisierung, Simplifizierung und eine größere Transparenz dar. Zusätzlich wird auch ein neues Amt der öffentlichen Ausschreibungen ins Leben gerufen. Dieses soll dabei nicht nur als letzte Instanz fungieren, sondern auch eine vermittelnde und beratende Rolle haben. Jenen Offerenten, die die Ausschreibung verloren haben, will man offen darlegen, was sie bei zukünftigen öffentlichen Ausschreibungen besser machen können.

 

Patryk Szostak

Projektkoordinator Polnisch-Deutsche Beziehungen

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